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Harz: Abstieg in die Grube Samson
Berchtesgaden:
Salzkammern statt Watzmann
Schwäbischen Alb:
Deutschlands größte Höhlendichte
Kanalisation & U-Bahn-Tunnel:
Im Bauch der Großstädte
Fränkische Schweiz: Die ersten Touristen wollten Höhlen sehen
Seit dem 15. Jh. füllten Silber, Kupfer, Blei und Zink aus dem Harz die Taschen der Fürsten: Das norddeutsche Mittelgebirge galt als Europas wichtigstes Abbaugebiet von Kupferschiefer. Geblieben sind unzählige Stollen und viele Besucherbergwerke sowie eine Handvoll Museen. Sie vermitteln einen Eindruck davon, mit welcher Mühe die Bergleute dem Gestein die Minerale abtrotzten.
Der Harz bereits im frühen Mittelalter für seine Erzlagerstätten bekannt. Reiche Vorkommen an Silber, Blei, Kupfer und Eisenerzen führten zu einem blühenden Montanwesen. Insbesondere die ehemalige Reichsstadt Goslar verdankte ihre Blüte ab dem 16. Jahrhundert den Erzschätzen des Rammelsberges. Abgebaut wurden sufidische Blei- und Zinkerze, die in geringen Mengen Edelmetalle enthielten. Silber und Gold wurden meist schon in Goslar zu Münzen geprägt und füllten die Kassen der Fürsten.
Auch oberharzer Bergstädte wie Altenau, Bad Grund, Clausthal, Lauenthal, Sankt Andreasberg, Wildemann und Zellerfeld profitierten im Mittelalter von den reichen Erzvorkommen. Im östlichen Harzvorland wurde hauptsächlich Kupferschiefer abgebaut. Der Kupferschieferbergbau im Harz zählte Ende des 15. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Europas. Ebenfalls abgebaut wurden Kali, Steinkohle und geologische Wachse. Im Juni 2007 endete die Ära des Harzer Bergbaus mit der Schließung des letzten Bergwerks im Oberharz.
Kein Wunder also, dass es auch heute im Harz „unter Tage“ noch einiges zu sehen gibt. Mehr als 20 Bergwerksmuseen und Besucherbergwerke lassen die Geschichte des Harzer Bergbaus lebendig werden. Einen Einblick in den rauen Alltag der Bergleute ermöglichen Schaubergwerke wie die Grube Samson in St. Andreasberg, die lange Zeit als tiefstes Bergwerk der Welt galt, das Schaubergwerk Büchenberg in Elbingerode, das Besucherbergwerk Röhrigschacht in Wettelrode bei Sangerhausen oder zum Bergbaumuseum umgewandelte Bergwerke, wie das Bergbaumuseum Lautenthal mit Grubenbahn oder das Bergbaumuseum Rammelsberg bei Goslar, das zum Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde.
Neben den Bergwerken finden sich im Harz auch zahlreiche Höhlen, die einst durch geomorphologische Prozesse in den Gips-, Dolomit- und Kalksteinschichten entstanden sind. Beispiele solcher Tropfsteinhöhlen sind die Rübeländer Tropfsteinhöhlen in Elbingerode/Rübeland mit Baumannshöhle und Hermannshöhle, die Einhornhöhle in Schwarzfeld, die Iberger Tropfsteinhöhle in Bad Grund und die am Südrand des Harzes bei Uftrungen gelegene Heimkehle.