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DAS WEBMAGAZIN FÜR URLAUB IN DEUTSCHLAND | ![]() |
Berchtesgaden:
Salzkammern statt Watzmann
Schwäbischen Alb:
Deutschlands größte Höhlendichte
Harz: Gruben,
Stollen, Tropfsteinhöhlen
Kanalisation & U-Bahn-Tunnel:
Im Bauch der Großstädte

Die ersten Touristen kamen nicht um schroffe Felsen zu besteigen, sondern um Höhlen zu besichtigen: Im Jahr 1774 lockte der Pfarrer Johann Friedrich Esper mit seinem Führer zu den unterirdischen Labyrinthen der Fränkischen Schweiz die ersten Reisenden in die Region.
Die Fränkische Schweiz, zwischen Bamberg, Bayreuth und Erlangen im gleichnamigen Naturpark gelegen, ist nicht nur wegen ihrer romantischen Burgenlandschaft, der großen Brauereidichte und als Süßkirschenanbaugebiet, sondern vor allem wegen ihrer fast 1000 Höhlen bekannt.
Kalk- und Dolomitfelsen des Weißen Jura mit markanten Felsformationen, tief eingeschnittene Flusstäler und karge Hochflächen prägen die Landschaft. In diesem typisches Karstgebiet bildeten sich einst durch das Eindringen von aus Pflanzenresten entstandener Kohlensäure in Kalksteinklüften unzählige Höhlen. Viele davon sind reich an Tropfsteinen, andere weisen einen großen Reichtum an fossilen Knochen auf.
Wenn die Touristiker der Fränkischen Schweiz heute behaupten, die Region zähle zu den ältesten Urlaubsregionen Deutschlands, liegen sie wohl nicht ganz falsch. Denn bereits im 18. Jahrhunderts forschte man in der Gegend um Muggendorf, die damals noch „Muggendorfer Gebürg“ hieß, nach geheimnisvollen Grotten. 1774 veröffentlichte der Uttenreuther Pfarrer Johann Friedrich Esper ein Buch über die unterirdischen Labyrinthe und lockte damit in den Folgejahren zahlreiche Reisende in die Gegend um Muggendorf. Damit war der Grundstein für die touristische Erschließung der Fränkischen Schweiz gelegt.
Von den unzähligen Höhlen der Fränkischen Schweiz sind heute die drei größten öffentlich zugänglich: die Teufelshöhle bei Pottenstein, die Binghöhle bei Streitberg und die Sophienhöhle bei Burg Rabenstein im Ahorntal. Formationen wie die Höhlenruine Quackenschloss unterhalb des Adlersteins bei Engelhardsberg, die Einsturzdoline Riesenburg nahe Engelhardsberg oder die Felsenansammlung Klauskirche sowie die Felskulisse Wassersteintor bei Betzenstein können im Rahmen von Wanderungen durchlaufen werden. Aber auch einige noch unerschlossene Spaltenhöhlen locken Jahr für Jahr Hobby-Höhlenforscher in die Fränkische Schweiz. Einzige Voraussetzung für die Besichtigung: ein höhlenkundiger Führer und die richtige Ausrüstung.