LEBKUCHENVERSAND:
Eine Erfindung aus Nürnberg
Angefangen hat alles in den Goldenen 1920ern, genauer: mit einem Eisenbahnwaggon voller Lebkuchen, die E. Otto Schmidt losschlagen musste, so lange sie genießbar waren. Zu verdanken hatte er die Herkulesaufgabe seinem Bruder, der die Ladung von einem Kunden in Thüringen in Zahlung genommen hatte.
Dass ihm der Job tatsächlich gelang, verdankt er einer Idee, die bis heute ein wesentlicher Baustein des Erfolgs von Lebkuchen Schmidt ist: Er stellte die Lebkuchen zu Sortimenten zusammen, die er mit Hilfe von Anzeigenwerbung regional und überregional an den Endverbraucher verkaufte und hatte damit den Lebkuchenversand erfunden.
Ermutigt und überzeugt von dem Erfolg begann E. Otto Schmidt in einer kleinen Backstube in der Nürnberger Südstadt selbst Lebkuchen herzustellen, die er weiterhin nur an private Abnehmer verkaufte.
Heute können sich Lebkuchenfreunde in Nürnberg-Langwasser ein Bild davon machen, wie die begehrte Leckerei entsteht: Ein 20-minütiger Film über Lebkuchen-Schmidt weiht sie in die Geheimnisse des Lebkuchens und seiner Herstellung ein, dazu gibt‘s Backvorführungen in einer originalgetreu nachgebauten historischen Backstube. Lebkuchen von Schmidt gibt es aber im Handwerkerhof in dem berühmten historischen Ensemble vis à vis des Hauptbahnhofs.
Wenn das Nürnberger Christkind am 27. November von der Empore der Frauenkirche herab mit einem feierlichen Prolog „seinen Markt“ eröffnet, tut es das also in bester Tradition und die spiegelt sich auch im Warenangebot wider: Etwa 180 Holzbuden, mit rot-weißen Stoffdächern und liebevoll dekoriert, stehen zur Adventszeit mitten in der historischen Altstadt. Daher auch der traditionelle Beiname „Städtlein aus Holz und Tuch“.
Gut 200 Händler präsentieren ein bewusst traditionell gehaltenes Angebot: Nürnberger Lebkuchen, Früchtebrot, Back- und Süßwaren, typische Weihnachtsartikel wie Rauschgoldengel, Krippen, Christbaumschmuck, Kugeln und Kerzen, Spielzeug und Kunstgewerbe.
Beliebte Mitbringsel und Souvenirs vom weltbekannten Nürnberger Christkindlesmarkt sind auch die lustigen Figuren aus getrockneten Pflaumen in vielen Varianten, die „Zwetschgenmännle“. Nicht zu vergessen die berühmten Nürnberger Rostbratwürste und der süffige Glühwein als willkommene Stärkung beim Bummel über den Markt.
Hinzu kommt ein ebenso traditionelles Rahmenprogramm: Beim Lichterzug am 10.12. wandern rund 1.700 Nürnberger Schulkinder mit selbst gebastelten Laternen zum Burgberg, wo die Weihnachtsgeschichte in lebenden Bildern nachgestellt wird. Krippenschauen (Egidienkirche, Handwerkerhof und Krippenweg), Kunst & Handwerk (Fembohaus), Ausstellungen und Weihnachtskonzerte (Rathaus, Museen und Kirchen), Postkutschenfahrten rund um den Christkindlesmarkt bilden weitere Höhepunkte und sorgen bei den Besuchern für viele bleibende Erinnerungen.
Der Nürnberger Christkindlesmarkt öffnet seine Pforten vom 28. November bis 24. Dezember, Montag bis Donnerstag von 9.30 Uhr bis 20 Uhr, Freitag und Samstag von 9.30 Uhr bis 22 Uhr und sonntags von 10.30 Uhr bis 20 Uhr.
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